Olivenbaum
Der Olivenbaum (Olea europaea) ist ein immergrüner, sehr langlebiger Baum aus dem Mittelmeerraum. In Mitteleuropa wird er meist als Kübelpflanze kultiviert und muss frostfrei überwintert werden.
Der Olivenbaum (Olea europaea) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und stammt aus dem Mittelmeerraum sowie dem Vorderen Orient. Er ist immergrün, extrem langlebig – alte Exemplare erreichen mehrere hundert bis über tausend Jahre – und bildet mit zunehmendem Alter den charakteristisch knorrigen, oft hohlen Stamm aus. Seine schmalen, lanzettlichen Blätter sind oberseits graugrün und unterseits silbrig behaart, was die Verdunstung reduziert und den Baum extrem trockenheitsverträglich macht.
Wuchs und Blüte
Im Freiland wird der Olivenbaum 5 bis 15 Meter hoch, im Kübel bleibt er mit regelmäßigem Schnitt gut auf 1,5 bis 2,5 Meter begrenzt. Die kleinen, gelblich-weißen Blüten erscheinen zwischen Mai und Juni in Rispen und werden vom Wind bestäubt. Aus ihnen entwickeln sich die Steinfrüchte, die je nach Sorte grün, violett oder schwarz ausreifen. In Mitteleuropa kommt es nur selten zu nennenswertem Fruchtansatz, da dem Baum sowohl der Kältereiz im Winter als auch eine ausreichend lange, heiße Vegetationsperiode fehlt.
Standort
- Vollsonnig – je mehr direkte Sonne, desto besser
- Warm und luftig, ideal Südseite von Terrasse oder Balkon
- Von Mai bis Oktober im Freien, langsam an die Sonne gewöhnen
- Verträgt Wind und Hitze problemlos, nicht aber dauerhaften Schatten
Substrat und Gießen
Der Olivenbaum braucht ein durchlässiges, eher mageres Substrat – gut geeignet ist Kübelpflanzenerde mit hohem mineralischen Anteil aus Sand, Lava oder Bims. Eine Drainageschicht im Topf ist Pflicht, denn Staunässe ist die häufigste Todesursache. Gegossen wird nach dem Antrocknen des Ballens durchdringend, danach lässt man die Erde wieder deutlich abtrocknen. Kalkhaltiges Leitungswasser ist unproblematisch, der Olivenbaum ist ausgesprochen kalktolerant.
Düngen
Von April bis August alle zwei bis drei Wochen ein Kübelpflanzendünger oder speziell ein Olivendünger mit zusätzlichem Kalium und Magnesium. Ab September wird nicht mehr gedüngt, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.
Überwinterung
Ältere, ausgepflanzte Olivenbäume vertragen kurzzeitig bis etwa -10 °C. Im Kübel gilt das nicht: Dort friert der Wurzelballen durch, weshalb bereits Temperaturen um -5 °C kritisch werden. Empfehlenswert ist ein heller, kühler Winterstandort bei 5 bis 10 °C – etwa Wintergarten, Treppenhaus oder kaltes Gewächshaus. Dort wird nur so viel gegossen, dass der Ballen nicht vollständig austrocknet. Eine warme, dunkle Überwinterung führt zu langen, weichen Trieben und Blattfall.
Schnitt
Der beste Zeitpunkt ist das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb. Ausgelichtet wird von innen nach außen, damit Licht und Luft in die Krone gelangen. Der Olivenbaum ist außerordentlich schnittverträglich und treibt auch aus altem Holz wieder aus.
Häufige Probleme
- Gelbe Blätter und Blattfall: meist Staunässe oder zu dunkler Winterstandort
- Schildläuse und Wollläuse: typisch nach dem Winter im Warmen, mit Rapsöl- oder Kaliseifenpräparaten behandeln
- Spinnmilben: bei trockener Heizungsluft, Luftfeuchte erhöhen
- Wurzelfäule: Folge zu großer Töpfe, verdichteter Erde oder fehlender Drainage
Wissenswertes
Frisch geerntete Oliven sind roh ungenießbar: Der Bitterstoff Oleuropein macht sie erst nach dem Entbittern in Lauge oder Salzlake essbar. Als Sinnbild für Frieden, Weisheit und Beständigkeit ist der Olivenbaum zudem eine der ältesten Kulturpflanzen des Mittelmeerraums – nachweislich seit über 6.000 Jahren in Kultur.